Der Border Terrier als Arbeitshund

Der Border Terrier ist ein ausdauernder, intelligenter und temperamentvoller Hund, der sich hervorragend für den Einsatz als Jagdhund oder Sporthund eignet. So steht im FCI-Standard auch, dass er in erster Linie ein Arbeits-Terrier ist, mit dem Schneid einem Pferd zu folgen. Unter Charakter wird beim Border Terrier die Unternehmungslust mit jagdlichem Schneid, sowie die Lebhaftigkeit, gepaart mit Mut, beschrieben. Es ist somit nicht verwunderlich, dass der kleine Hund immer mehr als Jagdbegleiter oder an Nationalen oder Internationalen Hundesportprüfungen anzutreffen ist. Immer mehr Border Terrier werden auch in höheren Prüfungsstufen gearbeitet und ebenso an Weltmeisterschaften erfolgreich vorgeführt.

Der Border Terrier als Jagdhund / Jagdliche Prüfungen

Primär begleitete der Border Terrier seinen Besitzer durch das Dickicht, um in der Meute seine Jagdpassion auszuüben. Der Border Terrier ist ursprünglich ein für die Jagd (Fuchs, Marder, Otter) gezüchteter, robuster und ausdauernder Hund, der für seine Schärfe im Bau, aber auch hohe Sozialverträglichkeit mit anderen Hunden bekannt ist. Er ist ein talentierter Stöberer der oft bei Gesellschaftsjagden eingesetzt wird, und zeichnet sich durch Mut und Arbeitswillen aus.

Heute wird der Border Terrier auf der Jagd sehr vielfältig eingesetzt. Haupteinsatzgebiete sind die Jagd im Fuchsbau (Sprengen), Stöberjagden und Nachsuche. Aber auch bei der Niederwildjagd, Drückjagd oder auf dem Ansitz wird seine Begleitung immer mehr geschätzt.

Jagdliche Prüfungen:

Schweiss- und Fährtenprüfungen: Bei dieser anspruchsvollen Prüfung wird die Fähigkeit des Hundes getestet, der Spur eines verletzten Wildes auf einer künstlich gelegten Fährte von 500 m oder 1000 m zu folgen.

Anlageprüfungen: Überprüfung der angeborenen Anlagen und jagdlichen Eignung von jungen Hunden (unter 2 Jahre). Dabei stehen der Spurwille, Lautäusserung und Schussfestigkeit auf dem Programm.

Meute- und Stöberprüfungen: Stöberprüfungen dienen dazu, Jagdgebrauchshunde darauf zu prüfen, ob sie Wild in deckungsreichen Einständen selbstständig finden, aufstöbern und das Wild in Bewegung bringen. Die Prüfung umfasst üblicherweise die Stöberleistung selbst, Gehorsam und Schussfestigkeit

Wasserarbeit: Wasserprüfungen für Jagdhunde sind spezialisierte Leistungsprüfungen, die vor allem die Wasserfreude, Ausdauer und Apportierfähigkeit von Hunden bei der Jagd auf Wasserwild (meist Enten) bewerten.

Achtung für all diese Prüfungen muss der Besitzer ein Jagdfähigkeitsausweis besitzen oder zumindest in Ausbildung sein!

Wer seinen Border Terrier Jagdlich führen oder eine jagdliche Prüfung ablegen möchte, wendet sich am besten an die Arbeitsgemeinschaft für das Jagdhundewesen (AGJ). Die AGJ ist eine besondere Vereinigung nach den Statuten der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft.

Die AGJ ist die führende Organisation des Jagdhundewesens in der Schweiz und fördert durch Zusammenarbeit mit den Behörden, jagdlichen Vereinigungen und Organisationen die Erziehung, Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden. Der AGJ obliegt die Ausarbeitung von Rahmenbestimmungen, Reglementen und nationalen Prüfungsordnungen, sowie die Überwachung des Leistungsrichter- und Prüfungswesen und der Homologierung des Titels eines Schweizer Jagd-Gebrauchs-Siegers (CACT).

Mehr Informationen zur AGJ: https://www.ag-jagdhunde.ch

Der Border Terrier als Sporthund

Die ursprünglich angezüchteten Eigenschaften des Border Terriers als agiler, schneller, lernbegieriger, aber auch sozialer Hund, machen ihn zum Team Player in verschiedenen Hundesportarten - ob mit oder ohne Prüfungen:

Agility: Agility ist eine dynamische Hundesportart, bei der ein Hund einen Hindernisparcours möglichst schnell und fehlerfrei bewältigt. Der Mensch führt den Hund dabei nur mit Körpersprache und Hörzeichen durch die Hindernisse.

Ausdauersportarten wie Canicross, Canin-Cross oder Biathlon: Bei allen Varianten geht es ums Gleiche: Mensch und Hund legen joggend oder mit dem Fahrrad eine bestimmte Strecke zurück und meistern unterwegs verschiedene Hindernisse. Nur für Teams mit guter Kondition, die regelmässig gemeinsam trainieren.

Begleithundeprüfung:Die Begleithundeprüfung (BH/VT) ist eine anerkannte Wesens- und Gehorsamsprüfung (FCI-Standard), die den Grundstein für internationale Hundesportarten legt. Sie besteht aus einem theoretischen Teil, der Unbefangenheitsprobe, Unterordnung auf dem Platz (Leinenführigkeit, Freifolge, Sitz, Platz) und einem Verkehrsteil. Der Hund muss mindestens 12 Monate alt sein.

In der Schweiz unterscheidet man im Wesentlichen zwei Varianten:

Nationale Begleithundeprüfung (BH 1–3): Die klassische Schweizer Variante mit drei Abteilungen (Nasenarbeit, Unterordnung, Führigkeit).

Internationale Begleithundeprüfung (IBGH 1–3): Eine nach internationalen FCI-Standards aufgebaute Prüfung, die sich primär auf die Unterordnung konzentriert.

Dog Dancing: Dog Dancing (oder auch Dogdance) ist eine kreative Hundesportart, bei der Mensch und Hund eine gemeinsame Choreografie zu Musik vorführen. Der Sport kombiniert Elemente aus dem Gehorsamstraining (Obedience) mit kunstvollen Tricks und rhythmischen Bewegungen.

Dog Frisbee: Dog Frisbee, auch bekannt als Disc Dogging, ist eine dynamische Hundesportart, die Mensch und Hund sowohl körperlich als auch geistig fordert. Der Sport hat seine Wurzeln in den 1970er Jahren in den USA und wird heute weltweit, einschliesslich der Schweiz, wettbewerbsmässig betrieben.

Fährtenprüfung:  Die Fährtenhundprüfung (FH) ist eine anspruchsvolle Hundesportart, bei der Hunde einer Spur (Fährte) folgen und dabei Gegenstände aufspüren. Sie prüft den Geruchssinn und die Konzentration auf Bodenverletzungen. Prüfungsstufen (z.B. IFH 1, IFH 2, IFH 3) steigern sich in Länge (bis 1800 Schritte), Alter der Fährte und Schwierigkeit.

Flyball: Flyball ist ein rasanter Mannschaftssport für Hunde, bei dem es vor allem auf Tempo, Apportierfreude und Teamarbeit ankommt. Ein Flyball-Team besteht aus vier Hunden. Diese müssen nacheinander einen Parcours aus vier Hürden überwinden, an einer speziellen Flyball-Box den Auslöser drücken, den herausgeworfenen Ball fangen und über die Hürden zurück zum Start rennen.

Hoopers: Hoopers ist eine moderne und gelenkschonende Hundesportart, die ursprünglich aus den USA stammt und Ähnlichkeiten mit Agility aufweist. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass der Hund keine Sprünge absolvieren muss und der Mensch nicht mitläuft, sondern das Tier aus der Distanz führt.

Longieren: Das Longieren mit dem Hund ist eine faszinierende Sportart, bei der die Kommunikation über Distanz und die Körpersprache im Mittelpunkt stehen. Anders als beim Pferd läuft der Hund dabei meist frei (oder an einer langen Leine) an der Aussenseite eines abgesteckten Kreises, während du dich im Inneren bewegst.

Nationales Hundehalterbrevet (NHB) Theorie und Praxis: Hier werden zum einen das Wissen zur Hundehaltung vermittelt und geprüft, sowie Alltagssituationen gemeinsam mit dem Hund in der Praxis geübt (z.b. Leinenführigkeit, Begegnungen, Verband anlegen, etc.). Auch dieser Teil kann mit einer Prüfung abgeschlossen werden.

Military: Ein Military ist ein Spaziergang von mehreren Kilometern Länge, auf dem unterwegs verschiedene Aufgaben zu lösen sind. Da kein Reglement existiert, sind der Fantasie der Organisatoren bei der Posten-Gestaltung praktisch keine Grenzen gesetzt. Startzeiten meist frei wählbar.

Mobility: Weder Zeitdruck noch Konkurrenzkampf: An einem Mobility absolvieren Hund und Hundeführer Hindernisse wie Tunnel, Wackelbrett oder Bändelvorhang. Die Hindernisse sind im Reglement genau umschrieben. Es gibt keine Rangliste, sondern lediglich ein «erfüllt» oder «nicht erfüllt».

Obedience: Der Begriff Obedience (englisch für „Gehorsam“) beschreibt eine Hundesportart, die oft als „Hohe Schule“ der Unterordnung bezeichnet wird. Im Gegensatz zur klassischen Hundeerziehung geht es hier um die perfekte Harmonie und Präzision zwischen Mensch und Hund.

Rally-Obedience: Das Mensch-Hund-Team durchläuft einen Parcours aus mehreren Stationen. An jeder Station steht ein Schild mit einer Anweisung (z. B. "Sitz", "Platz", "Slalom" oder Wendungen), die sofort ausgeführt werden muss. Im Gegensatz zum traditionellen Obedience steht hier die partnerschaftliche Kommunikation und der Spaß im Vordergrund.

Rettungshundesport / Sanitätshundeprüfung: Rettungshundesport ist eine anspruchsvolle Beschäftigung, die Nasenarbeit (Flächen-, Trümmer-, Lawinensuche, Mantrailing) mit Unterordnung und Gewandtheit kombiniert, um die Fähigkeiten von Rettungs- und Sanitätshunden zu simulieren, ohne jedoch Einsätze zu erfordern. Er fördert die Bindung, Teamarbeit und Auslastung des Hundes.

SchaSu (Schatzsuche): Dies ist eine ruhige, anspruchsvolle Nasenarbeit für Hunde, bei der sie kleine Gegenstände in verschiedenen Revieren (Brockenhaufen, Wiesen) finden und anzeigen, statt sie zu apportieren. Der Hund verharrt beim Fund im «Platz». Es fördert Konzentration, Auslastung und Bindung, geeignet für alle Hunde.

Treibball: Der Hund wird mittels Kommandos und Handzeichen dazu motiviert, verschieden grosse Bälle in ein Tor zu rollen.

Und noch vieles mehr!

Siehe auch: Warum nicht Hundesport/Sonderdruck von Ursula Känel

Weitere spannende Sonderdrucke zum Thema siehe hier: 

https://www.kv-luzern.ch/broschuren/skg-sonderdrucke_blv-publikationen

Wer aktiv seine Border Terrier im Hundesport führen und ausbilden möchte, findet die Infos auf der Website der ‘Technischen Kommission’ für das Gebrauchs- und Sporthundewesen. Sie ist das Organ der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG) und koordiniert Prüfungen, Ausbildungen und sportliche Anlässe für Gebrauchs- und Sporthunde in der Schweiz:

 www.tkgs.ch oder www.tkamo.ch

Oder auf der Website der Kommission Polydog Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG). Hier stehen die vielseitige Beschäftigung und die Beziehung zwischen Mensch und Hund im Vordergrund: www.polydog.ch

Die Kommission Jugend+Hund ist für die Nachwuchsförderung innerhalb der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG) zuständig: www.jugendhund-skg.ch

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