Obwohl der Border Terrier als sehr gesund und robust gilt, haben sich mittlerweile doch die eine oder andere rassenspezifische Krankheiten entwickelt:
Für in Zucht stehende Hunde wird in der Schweiz ein DNA-Profil von der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG) verlangt.
Mehr Informationen: https://www.skg.ch/zucht/gesundheitsvorsorge/vorsorgeuntersuchungen/#elementor-toc__heading-anchor-3
Diese Erkrankung befällt junge Welpen nachdem sie die Augen öffnen und anfangen aktiv zu werden. Sie entwickeln, von den Hinterbeinen an, einen starken Tremor, der sich fortschreitend durch den ganzen Körper zieht und es ihnen im schlimmsten Falle nicht mehr ermöglicht, an der Zitze „anzudocken“ und zu trinken. Die Erkrankung ist weder therapierbar noch heilbar. Die betroffenen Welpen müssen euthanasiert werden. Das Gute ist, dass man diese Krankheit aufgrund eines Gentestes identifizieren und mit entsprechender Verpaarung vermeiden kann. Dieser Gentest ist für alle Züchter von Border Terriern in der Schweiz verpflichtend!
Mehr Informationen dazu hier.
Seit Juli 2023 wird in der Schweiz bei in Zucht stehenden Border Terriern eine Augenuntersuchung inklusive Gonioskopie im Alter von einem und 5 Jahren verlangt. Man untersucht die Hunde auf bekannte und vererbbare Augenerkrankungen inklusive einer Kammerwinkelanomalie (zusätzliche Spezialuntersuchung mittels einer Linse direkt auf dem Auge). Die Kammerwinkelanomalie geht oftmals einher mit einem Glaukom und kann zur Erblindung des betroffenen Auges führen.
Ein paar Infos zum Katarakt beim Border Terrier
zum Gentest von FERAGEN
Unterschied zwischen kongenitalem und hereditärem Katarakt
Ein kongenitaler Katarakt bedeutet, dass die Trübung der Linse bereits bei der Geburt vorhanden ist (angeboren).
Ein hereditärer Katarakt hingegen ist genetisch bedingt, kann aber zu jedem Zeitpunkt im Leben auftreten – also auch erst nach Monaten oder Jahren. Das erklärt, warum im ECVO-Formular neben congenital auch later onset (später Beginn) aufgeführt ist. „Spät“ bezieht sich dabei auf den Ausbruch im späteren Lebensverlauf, nicht auf den Alterskatarakt.
Ein Katarakt mit „later onset“ ist in der Regel hereditär (erblich), kann aber erst im mittleren Lebensalter (z. B. bis etwa 7–8 Jahre) sichtbar werden. Das hängt von der Mutation und der Rasse ab.
Alterskatarakt vs. hereditärer Katarakt
Ein Alterskatarakt tritt typischerweise ab etwa 10–12 Jahren auf und ist nicht genetisch bedingt.
Der Alterskatarakt ist eine reine Alterserscheinung, die durch den natürlichen Alterungsprozess der Linse entsteht. Er wird nicht dem kongenitalen oder hereditären Katarakt zugeordnet.
Nicht jede Trübung beim alten Hund ist per se auf einen Alterskatarakt zurück zu führen. Sollte eine Trübung festgestellt werden, bitten wir eine entsprechende fachliche Abklärung bei ihrem Border Terrier vornehmen zu lassen.
Nachweisbarkeit und Rassespezifität
Die genetischen Tests bei FERAGEN decken eine Vielzahl bekannter Mutationen im HSF4-Gen ab, die bei mehreren Rassen identifiziert wurden.
Nicht alle Rassen sind in der Beschreibung gelistet, da sich manche Varianten rassenübergreifend nachweisen lassen.
Beim Border Terrier ist der genetische Hintergrund des Katarakts bislang nicht eindeutig beschrieben, weshalb wir die Mutation zwar untersuchen können, sie aber nicht rassespezifisch validiert ist.
Daher wird das Ergebnis mit „frei / clear“ angegeben, auch wenn die Mutation in dieser Rasse bislang keine bestätigte klinische Relevanz hat.
Bedeutung eines negativen (freien) Ergebnisses
Wenn der Bluttest keinen hereditären Katarakt nachweist, bedeutet das:
– Ihr Hund trägt keine bekannte Mutation, die aktuell mit einem erblichen Katarakt assoziiert ist.
Beim erblichen grauen Star (erblichen Katarakt) kennen wir – wie bereits erwähnt – derzeit zwei genetische Veränderungen (Mutationen): eine, die ursprünglich beim Australian Shepherd beschrieben wurde, und eine zweite, die unter anderem beim Boston Terrier vorkommt.
Ein Gentest gilt dann als „validiert“, wenn für eine bestimmte Rasse klar gezeigt wurde, dass das Testergebnis mit der Erkrankung zusammenhängt. Vereinfacht gesagt: Wenn Hunde, die genetisch als „betroffen“ getestet werden, in dieser Rasse auch deutlich häufiger die typischen Symptome eines erblichen Katarakts zeigen. Erst dann sprechen wir von einem rassespezifisch validierten Test.
Es ist aber möglich, dass es in anderen Rassen, wie auch beim Border Terrier, ebenfalls erblichen Katarakt gibt, der durch ganz andere, bisher unbekannte Mutationen verursacht wird. Diese zusätzlichen Mutationen findet man nur durch gezielte wissenschaftliche Studien: Man untersucht betroffene Hunde zuerst auf die bereits bekannten Mutationen. Wenn diese Hunde dabei genetisch „frei“ sind, sucht man im nächsten Schritt gezielt nach neuen Veränderungen im Erbgut, die die Erkrankung erklären könnten.
„Nicht rassespezifisch validiert“ bedeutet daher in diesem Zusammenhang, dass wir die bekannte Mutation technisch zwar nachweisen können, der konkrete Zusammenhang zwischen dieser Mutation und dem Auftreten von Katarakt für die betreffende Rasse, wie auch beim Border Terrier, aber noch nicht eindeutig belegt ist. Ein Testergebnis „frei“ bedeutet also, dass die untersuchte, bekannte Mutation nicht vorliegt; es schließt jedoch nicht automatisch aus, dass in der Rasse eine andere Form des erblichen Katarakts existiert, die durch eine bislang nicht identifizierte genetische Veränderung verursacht wird.
Solche Studien sind beim Border Terrier aktuell weder am Laufen noch vorgesehen.
Kongenitaler Katarakt trotz genetisch freiem Ergebnis
Wenn beim Augenuntersuch ein kongenitaler Katarakt festgestellt wird, der Hund im genetischen Test aber frei ist, dann bedeutet das, dass die Trübung nicht durch die bekannten genetischen Mutationen verursacht wird.
In solchen Fällen kommen auch andere Ursachen infrage – z. B. infektiöse, toxische oder entwicklungsbedingte Einflüsse während der Trächtigkeit. Solche Formen sind nicht vererbbar.
Ein angeborener (kongenitaler) Katarakt wäre bereits in jungen Jahren erkennbar – dieser entsteht während der Embryonalentwicklung und ist meist nicht durch die getesteten Mutationen erklärbar.
Wenn der Bluttest keinen hereditären Katarakt nachweist, bedeutet das: – Ihr Hund trägt keine bekannte Mutation, die aktuell mit einem erblichen Katarakt assoziiert ist.
Was bedeutet das für die Zucht beim Border Terrier
Aktuell existiert kein validierter Gentest für Katarakt beim Border Terrier, trotzdem können bekannte Mutationen von anderen Rassen getestet werden und werden derzeit bei FERAGEN getestet und als „Rassespezifisch“ gelistet.
Da der Katarakt aktuell vermehrt aufpoppt, empfehlen wir für in Zucht stehenden Border Terrier dringend eine regelmässige augenärztliche Untersuchung, damit der allfällige vererbliche Katarakt frühzeitig erkannt wird, um entsprechende Hunde aus der Zucht zu nehmen. Minimalanforderung bei Züchtern der IGBT ist eine Untersuchung bei Zuchtzulassung, mit 5 Jahren und im Alter von 7 Jahren.
Wir empfehlen unseren Züchtern auch darauf zu achten, dass der Zuchtpartner, wenn möglich eine der IGBT-Zuchtstrategie entsprechende Augenuntersuchung hat.
Nicht jeder positive Kataraktbefund macht sich im Alltag bemerkbar und kann frühzeitig nur durch fachärztliche Untersuchung festgestellt werden.
Sollte trotz gesundheitlichen Untersuchungen und Bemühungen der Züchter ein positiver Kataraktbefund bei Ihrem Border Terrier festgestellt werden, wird die fachärztliche Person Ihnen sicher mit entsprechender Behandlungsempfehlung weiterhelfen können.
Text: Christine Niederberger
Copyright: IGBT – Für eine gesunde Rassenzucht (www.borderterriers.ch)
Mehr zu der gesundheit des Border Terriers (englisch): Border Terrier Health
Das Canine Epileptoid Cramping Syndrome (CECS) oder auch "Krämpfigkeit" ist Züchtern und Haltern von Border Terriern bereits seit der Jahrhundertwende bekannt. Die Erkrankung wird gelegentlich auch als „Spike’s Disease“ bezeichnet nach einem der ersten Hunde, bei dem diese Erkrankung festgestellt worden war. PGSD ist nicht heilbar, jedoch mit entsprechender Ernährung gut in den Griff zu bekommen. Mehr Informationen hier.
Dissertation von J. von Kurnatowski: Klinische und genetische Untersuchungen zu Krampfanfällen bei Border Terriern siehe hier
Gerne geben unsere Züchter ihre Erfahrungen zum Thema Ernährung beim Border Terrier in einem persönlichen Gespräch weiter.
Es treten vereinzelt, jedoch in den letzten Jahren zunehmend Meldungen von Gallenblasenproblemen beim Border Terrier auf. Das erhoffte Forschungsprojekt kam bis dato nicht zu Stande und beschränkt sich aktuell auf eine Umfrage. Einzelheiten zu allen betroffenen und gesunden Hunden sind willkommen, aber von besonderem Interesse sind diejenigen, deren Stammbäume bekannt sind, da diese Informationen für jeden von Nutzen sein könnten, der eine mögliche genetische Grundlage für die Krankheit erforschen möchte.
Es ist bekannt, dass Hunde, die an endokrinen Erkrankungen leiden, insbesondere am Cushing-Syndrom, aber auch an Hypothyreose und Diabetes, ein erhöhtes Risiko haben, eine Mukozele zu entwickeln. Studien zufolge ist das Risiko, dass ein am Cushing-Syndrom erkrankter Hund eine GBM entwickelt, 25- bis 30-mal höher als im Durchschnitt. Besitzer von betroffenen Tieren sollten ihren Tierarzt bitten, die Leberenzyme mindestens einmal jährlich zu kontrollieren, wenn diese Hunde wegen ihrer anderen Krankheiten überwacht werden. Sind sie erhöht, sollte eine Ultraschalluntersuchung des Abdomens durchgeführt werden, denn je früher Mukozelen entdeckt werden, desto höher ist die Erfolgsquote bei ihrer Behandlung. Viele Hunde mit GBM zeigen keine Anzeichen, bis sie in eine Krisensituation geraten, in der die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung drastisch sinken.
Zur aktuellen Umfrage (Englisch): https://cambridge.eu.qaltrics.com/jfe/form/SV_6LFV4sp050RMkgm
Krankheiten wie das Cushing-Syndrom, GBM und CECS haben wahrscheinlich alle einen komplexen Erbgang, und wir sind noch weit davon entfernt, die genetische Veranlagung für diese Krankheiten zu verstehen. Diese Krankheiten treten nicht ausschliesslich bei Border Terriern auf, aber die höhere Inzidenz dieser Krankheiten bei unserer Rasse lässt auf eine genetische Komponente schliessen.
Einige Herzerkrankungen werden bekanntermassen vererbt.
Deshalb kann es auch sinnvoll sein, Zuchttiere auf diese Krankheiten hin zu untersuchen. Dabei wird das Auftreten verschiedener Erbkrankheiten überprüft. Folgend einem standardisierten Protokoll werden die Untersuchungen durchgeführt und die Ergebnisse in einem entsprechenden Gutachten zusammengefasst.
Dabei wird auf folgende Erkrankungen untersucht:
- die Subaortenstenose / Aortenstenose
- die dilatative Kardiomyopathie
- Herz-Klappenerkrankungen
Mehr Informationen: https://www.vdh.de/fileadmin/media/news/2014/Herzerkrankungen_in_Hundepopulationen.pdf
Diversität ist derzeit ein aktuelles Thema, denn Vielfalt ist wünschenswert!
Das gilt für die Gesellschaft und insbesondere für eine zeitgemässe Rassezucht!
Als IGBT haben wir uns entschieden, für die Zucht die genetische Diversität und DLA-Bestimmung von Feragen zu empfehlen um einen möglichst passenden Zuchtpartner für einen geplanten Wurf zu finden und die Gesundheit der Border Terrier positiv zu beeinflussen. Warum sind diese Genanalysen so wichtig:
- Genomischer Inzuchtkoeffizient
Entdecken von Ähnlichkeiten die trotz intensiven Studien von Ahnentafeln verborgen bleiben.
- Heterozygotie-Wert
Das Erbgut unserer Hunde ist entscheidend für Vitalität und Fruchtbarkeit
- DLA-Haplotypen
Immunrelevante Genvarianten, die besonders wichtig zur Vermeidung von Autoimmunerkrankungen sind.
- DogDating-Funktion
Auf der Plattform den genetisch besten Partner für einen geplanten Wurf finden.
- Zukunftsfähige Zucht
Erhalt von genetischer Vielfalt der Rasse Border Terrier – für gesunde Linien über Generationen hinweg.
Wer es noch genauer will, kann gleich den Dogcheck – Gesundheitstest für seine Zuchthunde mitdurchführen lassen. Dabei werden 60 000 Marker für exakte Werte zur Inzucht und Heterozygotie sowie 220 genetische Erkrankungen getestet. Dies um Risken zu erkennen und gezielt vorzubeugen. Auch spannende Details zu Fellfarben- und Fellbeschaffenheit können dabei über den eigenen Zuchthund in Erfahrung gebracht werden.
Es wäre unser Wunsch, dass viele Züchter und Deckrüdenbesitzer diese Funktion nutzen würden um eine möglichst grosse Datenbank zu erschaffen, auf die wir als Züchter zurückgreifen können!
Warum diese tolle Möglichkeit in der modernen Rassezucht noch nicht Standard ist, können wir nicht verstehen und empfehlen es aus Überzeugung!
Mehr Informationen: www.feragen.at
Unter nachfolgendem Link ist ein Video, welches sehr gut verständlich erläutert, was DogCheck 4.0 beinhaltet und was es für die Zucht bedeutet.
https://m.youtube.com/watch?v=KgeH95DhKAU&pp=ygUSRmVyYWdlbiBlcmtsw6RydCA4
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